Gedanken/Wort zum Sonntag 

Und du sollst ein Segen sein

Von Traugott Strein

Samstagnachmittag, viele Menschen in unserer kleinen historischen Kirche. Mittendrin ein junges Paar, das sich das Ja-Wort geben will. Familie, Freunde und Freundinnen begleiten sie dabei als sie eingesegnet werden. 

Samstagabend, zwei Stehtische vor derselben Kirche, Gläser und Getränke stehen bereit. Zum Gottesdienst finden sich Paare ein, die vor Jahrzehnten geheiratet haben. Sie haben in diesem Jahr ein Ehejubiläum begangen; 50, 60 oder 65 Jahre ist es her. Bei anderen ist es kein rundes Jubiläum, sondern 26 oder 45 Jahre Ehejahre, aber auch sie kommen in die Kirche, um sich wieder segnen zu lassen. 

Sonntagmorgen, Eltern bringen ihr Kind zur Taufe in den Gottesdienst. Auch sie bitten um das für ihr Kind, was uns „Schutz und Schirm“ im Leben sein will: Gottes Segen. Am Ende jedes Gottesdienstes sprechen wir den Segen für alle, dass jeder und jede gesegnet in den Tag gehen kann. Diese Bestärkung tut immer wieder gut. Und da, wo wir Menschen einzeln den Segen Gottes zusprechen, vielleicht sogar mit Handauflegung, spüren und erfahren die Betreffenden, dass sie verändert auf das zugehen können, was vor ihnen liegt.

„Ich will dich segnen … und du sollst ein Segen sein!“ Mit diesen Worten hat Gott Abraham angesprochen, so wird es im 1. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 2 erzählt. Für andere zum Segen werden, das ist etwas ganz Besonderes. Ein Auftrag, der getragen ist von einer ermutigenden Zusage: nämlich selbst gesegnet zu sein. Segen kann innerlicher „Schutz und Schirm“ sein, kann eben auch Motivation und Antrieb sein, kann Ruhe und Gelassenheit vermitteln. 

Gut, dass Menschen den Segen Gottes für ganz unterschiedliche Lebenssituationen erbitten, dass sie in dieser manchmal scheinbar haltlosen Welt Halt in Gottes Zuwendung finden: „Ich will dich segnen!“ vielleicht gibt es ja morgen wieder eine Gelegenheit für Sie, sich segnen zu lassen.

Traugott Stein, ist Pfarrer im Evangelischen Nachbarschaftsraum Lumdatal