Dekanat Gießen

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          Neue Datenschutz-Grundverordnung betrifft auch die Gemeindearbeit

          HartmannDaten aus der Kirche werden auch im Internet veröffentlicht

          Seit einigen Wochen geht auch Pfarrerinnen und Pfarrern in und um Gießen der Zungenbrecher „Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)“ leicht über die Lippen. Denn die Kirche hat sich fit gemacht für die neuen Regelungen, die ab 25. Mai gelten.

          Weit über 20 Millionen Bundesbürger gehören zur Evangelischen Kirche. Sie vertrauen der Kirche viele persönliche Daten an. Selbstverständlich werden die Informationen von der Kirche sorgfältig und datenschutzkonform verwaltet.
          Seit einigen Wochen nun geht auch Pfarrerinnen und Pfarrern in und um Gießen der Zungenbrecher „Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)“ leicht über die Lippen. Denn die Kirche hat sich fit gemacht für die neuen Regelungen, die ab Freitag gelten. Im kirchlichen Bereich regelt das neue Datenschutzgesetz der Evangelischen Kirche, das der DSGVO angepasst worden ist, den Umgang mit den Daten der Kirchenmitglieder. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit gelten neue Spielregeln.

          „Wir klären die Nutzer unserer Internetseiten darüber auf, welche personenbezogenen Daten zu welchem Zweck erhoben und gespeichert werden, etwa um das Nutzerverhalten auszuwerten oder E-Mails zu versenden“, erläutert Matthias Hartmann,  Öffentlichkeitsbeauftragter des Evangelischen Dekanats Gießen. Ohne ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen veröffentlichen Gemeinden keine personenbezogene Daten, etwa Geburtstage, Jubiläen oder Amtshandlungen wie Taufen oder Bestattungen. Das betrifft insbesondere kirchliche Medien wie Gemeindebriefe und Internetseiten. Dafür müssen Einwilligungen erbeten werden. Für einen Newsletter des Dekanats müssen sich Interessierte selbstverständlich selbst anmelden und auf einfache Weise jederzeit wieder abmelden können.

          Vor der Gratulation steht die schriftliche Einwilligung

          Zwar steht auch die Evangelische Kirche uneingeschränkt hinter der Grundidee, die Daten jedes einzelnen Menschen zu schützen und keine Informationen gegen ihren Willen zu sammeln oder zu veröffentlichen. „Aber viele Mitarbeitende sagen, wir haben doch im Gegensatz zu den Internetriesen keine geschäftlichen Interessen, wir wollen die Menschen doch nur erreichen, um sie miteinander zu verbinden und Gemeinschaft herzustellen“, so Hartmann. Doch aus Sicht des Datenschutzes ist es undenkbar, etwas so persönliches wie einen runden Geburtstag oder eine Taufe einfach zu veröffentlichen. Damit Nachbarn Bescheid wissen, mal vorbeikommen und gratulieren können, dafür müssen Kirchengemeinden die schriftliche Einwilligung einholen.

          Verzicht auf WhatsApp

          Selbst für die Vernetzung mit Jugendlichen hat die Evangelische Kirche strenge Richtlinien. Der Gebrauch des beliebten, aber mit Facebook und Instagram verknüpften Nachrichtendienstes WhatsApp ist untersagt. Es müssen datenschutzkonforme Messenger-Dienste verwendet werden, erklärt der Gießener Stadtjugendpfarrer Alexander Klein. „Ich tausche mich mit den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden ab jetzt mit dem Dienst „Threema“ aus.“ Die einmaligen Kosten von 2,99 Euro für die Anschaffung der App will er den Jugendlichen erstatten. „Ich probiere in den kommenden Monaten auch, so viele Kollegen wie möglich zu diesem Dienst zu lotsen, der nicht sämtliche Kontakte auf den Handys ausliest und kommerziell nutzt.“

          Vereine und Kirchengemeinden fürchten Abmahnungen

          Wie auch viele Vereine und selbst Behörden sind Kirchengemeinden verunsichert über die neuen Regelungen. Sie fürchten Abmahnungen. Denn Verstöße gegen den Datenschutz können jetzt Geldbußen nach sich ziehen. Dürfen wir überhaupt noch Bilder veröffentlichen, werde er auch oft gefragt, berichtet Hartmann. Dabei habe sich für die Veröffentlichung von Fotos die Rechtslage gar nicht verändert. Für Bilder von einzelnen Personen galt bisher schon, dass dazu deren Einwilligung vorliegen muss. Neu ist nur, dass diese schriftliche Einwilligung archiviert werden muss solange die Bilder, auch in den im Internet veröffentlichten Gemeindebriefen, im Netz zu finden sind.

          Ausnahmen gelten aber weiterhin, etwa Fotos von Gottesdiensten und öffentlichen Gemeindeveranstaltungen. Für die Gemeinden, die auf Nummer Sicher gehen wollen gibt es eine Arbeitshilfe, in der die Datenschutzbestimmungen für die Gemeindearbeit erläutert werden. Außerdem sind darin Muster für Datenschutzerklärungen und Einwilligungen zu finden, die sogar für nicht-kirchliche Vereine oder Einrichtungen interessant sein können.

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