Dekanat Gießen

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          Ökumene

          Corona-Krise beeinflusst den Alltag von Christinnen und Christen rund um den Globus

          (c) Dekanat / Fotostudio9Pfarrerin Heike BeckPfarrerin Heike Beck

          Die Corona-Krise beeinflusst den Alltag der Menschen in fast allen Ländern. Weltweit wurden Ausgangssperren und Versammlungsverbote erlassen. Gotteshäuser bleiben geschlossen. Doch nicht überall leben Christen in Demokratien. Viele bewältigen deshalb in ihrem Glaubensalltag noch größere Probleme als wir. Wie sieht das Glaubensleben bei Christinnen und Christen in anderen Ländern aus?

          Heike BeckBetende Hände vor WeltkugelBetende Hände vor Weltkugel

          Ökumenepfarrerin Heike Beck gibt einen Überblick, wie es auf der Welt derzeit aussieht. Dabei stützt sie sich vor allem auf die Die Evangelische Kirche in Württemberg, die Stimmen von evangelischen Christen aus der Welt gesammelt hat. Weitere Informationen findet man auch unter: www.dimoe.de/kirche-weltweit/corona-krise-weltweit/.

          China

          In China, dem Land, in dem der Corona-Virus ausgebrochen ist, wird die Pandemie Zeitungsberichten zufolge von der Regierung auch dazu genutzt, Religionsgruppen, die sie misstrauisch beobachtet, zu verfolgen und ihr Glaubensleben zu behindern. So sollen in einigen Regionen Chinas die Ausgangssperren von Regierungsbeamten dazu benutzt werden, in großem Maße Kreuze an Gebäuden abzubauen oder gar zu zerstören. Die staatliche Aufsicht über die Religionen untersteht seit kurzem direkt der Kommunistischen Partei, die sie nach kommunistischer Ideologie steuern will. Dem versuchen sich evangelische Christen durch Gründung unauffälliger Hauskirchen und Katholiken durch Gründung von Untergrund-Kirchen zu entziehen. Dagegen geht der Staat z.B. mit der Einführung einer Registrierungspflicht massiv vor, da er in den Kirchen eine Unterwanderung des Kommunismus befürchtet.

          Dennoch können Christen ihren Glauben auch in Zeiten von Corona leben, da zumindest in den Städten ein exzellentes Kommunikationsnetz existiert, mit dem man sich über Internet oder WeChat, dem chinesischen Pendant zu WhatsApp, austauschen kann. Darüber ist die virtuelle Teilnahme an kirchlichen Angeboten der Gemeinde ebenso einfach möglich wie an den in China üblichen Familienandachten. Zu diesen werden auch die Älteren eingeladen, die sonst abgehängt wären. Auf dem Land hingegen gibt es jedoch, was die Technik betrifft, in den Gemeinden einen großen Nachholbedarf. Auch der Kontakt unter den Gemeindegliedern gestaltet sich mangels Technisierung schwierig, Menschen verlieren dort die Anbindung an die Gemeinden.  

          USA

          Ich habe eine Freundin Jill in den USA, Indiana, die Methodistin ist. Die schrieb am 15. März „no Virus in Town, but it‘a getting closer.“ Jetzt dürfte das ja anders sein, die Aussage war vielleicht ein Zeichen, wie wenig Ernst das Virus anfangs genommen wurde. Allgemein ist zu lesen, dass manche Christen das Virus leugnen, andere (auch religiöse) Verschwörungstheorien aufstellen. Ein Pastor, der in einer Mwga-Church trotz Verbot zwei Gottesdienste abgehalten hat, wurde verhaftet.

          Südafrika

          In Südafrika stellen Gottesdienste den wichtigsten Teil des gemeindlichen Lebens dar, noch mehr als bei uns. Zu Beginn der Krise war es schwer durchzusetzen, sie abzusagen. Sogar das Militär wird dazu eingesetzt, um Versammlungsverbote durchzusetzen. Aktuell erleiden die Kirchen empfindliche finanzielle Einbußen, da es keine Kirchensteuer gibt und üblicherweise die Kollekte in Form eines Opfers am Altar gesammelt wird, woraus dann die Einkünfte für Gemeinden und Pfarrergehälter bezahlt werden. Ein Wort aus Jesaja 26, 20 hilft den Menschen aus Südafrika jetzt besonders: „Geh hin, mein Volk, in deine Kammer und schließ die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe.“

          Libanon

          Seit der Oktoberrevolution im Libanon vor einigen Monaten verschlimmert sich die ökonomische Lage der Menschen seit Corona noch weiter, was auch die Gesamtsituation der Christen betrifft. Sie stellen 38 Prozent der Bevölkerung. Armut nimmt zu, die Ernährung ist für immer mehr Menschen nicht mehr sicher gewährleistet. Gottesdienste finden wie überall nur noch online statt. Die Menschen haben zunehmend Angst um die Zukunft und können dem wie auch bei uns nur noch online im Gottesdienst Ausdruck verleihen.

          Indien

          Wie in allen Ländern dieser Welt sind die Ärmsten der Armen am stärksten von Corona bedroht. So trifft in Indien die Corona-Situation vor allem die Slumbewohner, die keinen Zugang zu fließendem Wasser haben und sich nicht wie empfohlen die Hände waschen können. Der katholische Priester der Diözese Pondicherry, Fr. Devasagayaraj M Zackarias, weist vor allem auf die Situation der kastenlosen Dalits hin, die gerade jetzt stark gefährdet sind. Sie verdingen sich meist als Tagelöhner, sind Wanderarbeiter, dürfen sich aber im Moment nirgendwo hinbewegen, um Geld zu verdienen. Ihnen droht der Hungertod. Viele von ihnen sind Christen und werden darum in Zeiten eines wachsenden Hindu-Nationalismus doppelt ausgegrenzt. Neben Kirchen sind auch christliche Schulen und Kinderheime geschlossen. Die Ausgangssperre erlaubt es nur für drei Stunden am Tag, das Haus zu verlassen. „Corona macht alle Inder zu Unberührbaren“, sagt der Priester.

          Kirchen sollen sich um Arme kümmern

          Aufgrund der aktuellen Lage haben der Ökumenische Rat und regionale ökumenische Organisationen eine gemeinsame Erklärung zur COVID-19-Pandemie verfasst. Darin werden Gläubige dazu aufgefordert, „auf jede nur erdenkliche Weise zu unseren gemeinsamen Bemühungen zum Schutz von Leben beizutragen“. Kirchen auf der ganzen Welt sollen sich auf sichere Weise um die Armen, die Kranken, und die Ausgestoßenen kümmern, für sie sorgen und sie behüten. Regierungen sollen ermahnt werden, sich vor allem um die Menschen an den Rändern zu kümmern, sowie den Flüchtlingen, die unter ihnen leben.

          Weltweite Hoffnung

          Aber überall auf der Welt leben Christen aus der Hoffnung auf Jesus Christus und vertrauen darauf, dass Gott sie niemals alleine lässt. „Gott hat uns versprochen, auch in Krisenzeiten mit uns zu sein“, sagt Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen. „Es ist Zeit, einander daran zu erinnern, dass wir an Gott als den guten Hirten glauben. Er hat uns versprochen, auch in schweren Zeiten und besonders während dieser globalen COVID-19-Krise an unserer Seite zu stehen“.

          Corona-Krise in Hessen-Nassau bewältigen

          Ein Gebet geht um die Welt

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