Dekanat Gießen

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          Unseren Hass bekommt ihr nicht!

          Gedanken zum Volkstrauertag

          HartmannVolkstrauertag

          Am Volkstrauertag denken wir an die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Das Ziel ist Versöhnung. Nicht Hass! Das findet Pfarrerin Anne Schneider aus Fernwald. Sie erinnert an einen französischen Journalisten, dessen Frau vor zwei Jahren von Terroristen im Pariser Konzertsaal Bataclan ermordet wurde. Er sagte: Meinen Hass bekommt ihr nicht!

          Der Volkstrauertag ist ein schwieriger Tag in der Reihe der dunklen Novemberfeiertage. In den Gedenkveranstaltungen und Gottesdiensten wird an die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt erinnert. An die Toten der beiden Weltkriege. Nicht nur bei uns. An die Opfer aller Völker und Nationen. Als Deutsche tragen wir eine besondere Verantwortung, die Erinnerung wach zu halten. Um der Opfer und um der Zukunft willen. Das Ziel dieser Erinnerung heißt nicht Hass, sondern Versöhnung. Wir können morgen nicht beim Gedenken an die Opfer der Weltkriege stehen bleiben. Auch seitdem gab und gibt es unzählige Opfer von Krieg und Gewalt zu beklagen. Alljährlich schieben sich beim Gedenken neue Schreckensmeldungen in den Vordergrund. Paris, Berlin, Irak, Afghanistan, Las Vegas…

          Vor zwei Jahren Terroranschlag im Pariser Bataclon

          Vor einigen Tagen jährten sich die Anschläge von Paris zum zweiten Mal. Unter den 89 Opfern im Konzertsaal Le Bataclan war auch eine junge Ehefrau und Mutter eines 17 Monate alten Jungen. Ihr Ehemann, der Journalist Antoine Leiris, postete drei Tage später auf Facebook einen bewegenden Brief, in dem er sich an die Attentäter wandte:  „Freitagabend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes, aber meinen Hass bekommt ihr nicht. … Nein, ich werde euch nicht das Geschenk machen, euch zu hassen. Auch wenn ihr es darauf angelegt habt; … Wir sind zwei, mein Sohn und ich, aber wir sind stärker als alle Armeen der Welt. …sein ganzes Leben lang wird dieser kleine Junge euch beleidigen, weil er glücklich und frei ist. Denn, nein, auch seinen Hass bekommt ihr nicht“.

          Die Gedanken und Gefühle, die Antoine Leiris nach dem Tod seiner Frau auf facebook postete, wurden in einem Buch veröffentlicht. Es trägt den Titel: „Meinen Hass bekommt ihr nicht“. Mich und viele andere hat dieses Buch zutiefst bewegt. Es zeigt, welche Kraft und welche Hoffnung in der Überwindung des Hasses liegen.

          Hass überwinden

          Morgen gedenken wir aller Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft. Dieser Tag zeigt, wozu Hass fähig macht. Zugleich aber ermutigt er uns, für den Frieden einzutreten und zu beten. Ich wünsche mir, dass viele junge Menschen an den Gottesdiensten und Veranstaltungen teilnehmen. Und dass sie erfahren:  Frieden ist nur durch Überwindung des Hasses möglich. Dazu brauchen Jugendliche Vorbilder. Menschen, die aus ihren Erfahrungen erzählen. Die für Frieden und Versöhnung eintreten und an der Überwindung des Hasses arbeiten.
          Nicht nur am Volkstrauertag.

          Pfarrerin Anne-Barbara Schneider, Evangelische Kirchengemeinden Annerod und Oppenrod

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